Redundanzen

Fragmente aus dem Leben.

Dienstag, 22. November 2011

Pläne

Folgendes wird vermutlich unsere Reiseroute der nächsten Tage sein:


24.11. abends Flug von Kuala Lumpur nach Langkawi
24.-28.11. Strand, Dschungel, Essen auf Langkawi
28.11. per Fähre nach Penang
28.-~30.11. Penang
dann Flug Penang-Kuching (Serawak)
und dann etwa am 8.12. Flug Kuching nach Singapur
10.12. Von Singapur nach Berlin


Montag, 21. November 2011

Essen - ein Tagebuch

Bis jetzt heute schon:

- Nasi lemak
- Pandan leaf chicken rice
- Cendol
- Sago gula melaka


And the favourite: Teh tarikh.

Sonst same same but different. Nur das Krankenhaus ist gewachsen. Vorallem in die Höhe. Sieht inzwischen ganz verändert aus.




Sonntag, 20. November 2011

Malaysia - wieder da.

Diesmal Dubai ausgelassen - sondern früh während der Reise in Amsterdam umgestiegen. Hatten sogar noch Zeit für Sandwich und Trappisten Bier.

Warm ist's, aber kühler als gedacht. Die Apartmenttowers sind ein wenig herunter gekommen. Egal. Mal wieder KL - und schon am Flughafen schwebte allüberall das bekannte Curryaroma.

Jetzt erst mal Essen.

Prosit.

Georg




Mittwoch, 12. August 2009

Wordclouds

Wer erkennt das Gedicht? Die häufigsten Worte sind dickgedruckt...

Erstellt mit dem großartigen Werkzeug von wordle!

Samstag, 18. Juli 2009

Enzyklika - Unfehlbarkeit ausgeschaltet

Der Papst, der Nachfolger des ersten römischen Bischofs Petrus gilt seit dem ersten vatikanischen Konzil (1869-1870) wenn er ex cathedra spricht in Glaubensfragen als unfehlbar. Die Lehrschreiben (Enzyklika) des Papstes
An die Bischöfe
An die Priester und Diakone
An die Personen gottgeweihten Lebens
An die christgläubigen Laien
und an alle Menschen guten Willens
stehen dabei nicht unter diesem Unfehlbarkeitsanspruch. Wie überhaupt eine Einordnung von Äußerungen unter jenes Dogma umstritten, und erst mit Sicherheit retrospektiv zu geschehen scheint.

Unfehlbarkeit ist also eine mit dem Amt verknüpfte Modalität, die ein-, und ausgeschaltet werden kann, bzw. die nur durch besonders sorgfältige Formulierung zu erreichen ist. Ein Phänomen diese Unfehlbarkeit. Noch dazu weil man als Mensch - gerade im fortgeschrittenen Alter, wahrscheinlich sehr wohl davon weiß, wie viele falsche Äußerungen menschliche Lippen verlassen, wenn sie sich nur öffnen. Der Druck keinen Fehler zu machen muss immens sein.

Es gibt nun seit kurzem die dritte Enzyklika von Papst Benedikt XVI. Aufgrund der Länge der Schriftstücke, ihrer gewöhnungsbedürftigen Diktion, und meiner relativen Unerfahrenheit, wenn es um Kirchengeschichte geht muss ich mein Ansinnen dem Papst mal kritisch auf die Feder zu schauen allerdings zurückstellen und möchte einstweilen nur auf Rezensionen zur jüngsten Enzyklika "Caritas in veritate" verweisen: Artikel auf telepolis und freitag.

Gier ist geil und genbedingt!

  1. Das Belohnungssystem dominiert bei ökonomischen Entscheidungen das menschliche Verhalten.
  2. Der Mensch reagiert auf kurzfristige Gewinne oder die Aussicht auf Geld wie Kokain.
  3. Das gierige Finanzverhalten herrscht bei vielen Menschen genbedingt unermüdlich und macht abhängig.
  4. Die Gier im Finanzverhalten ist genbedingt.
  5. Das Altruistische Bestrafen ist eine unökonomische Handlungsweise.
  6. Zur Behebung der Finanzkrise sollte die zentrale Rolle des Belohnungssystems berücksichtigt werden.
  7. Leitungsgremien sollten ohne genbedingte "Finanzgier" eingestellt werden. (.pdf)
Dies die Thesen des Frankfurter Zukunftsrates, der sich mit "Deutschland, aber auch Europa und [der] Welt im Blick" gegründet hat. Der Anspruch ist einem Think-Tank mit ganz breiten Ketten würdig (Globalisierung, Auflösung der Nationalstaaten, Erziehung, Integration ausländischer Bürgerinnen und Bürger, Terror, Erderwärmung). Vor diesem Hintergrund werden keine "kleinen Korrekturen", sondern grundlegende Neustrukturierungen ohne Rücksicht auf Legislaturperioden angestrebt. Dabei bleiben die angerissenen Überlegungen zu einzelnen Themenfeldern sehr blass ("Neuorientierung unserer Erziehungs- u. Bildungspolitik", "grenzüberschreitende Verantwortung" beim Klima), andere sind etwas konkreter:

  • Demokratie (Anpassung der Politik an den globalen Wettbewerb)
  • Politik und Wirtschaft (Förderung der Zusammenarbeit beider Systeme)

Ein Schelm wer an ein neoliberales Primat der Wirtschaft denkt. Dr. h.c. Wolfgang Clement (Bundeswirschaftsminister a.D.) macht den stellvertretenden Vorsitz, Merz, Sloterdijk und eine illustre Mischung aus Forschern, Mönchen und Politikern lassen sich namentlich als Mitglieder aufführen.

Es wird sich bei der, die zehn eingangs angeschlagenen Thesen enthaltenden Pressemitteilung (die ich nicht offiziell auf der Homepage finden konnte) gestützt auf einen wissenschaftlichen Artikel - wie der hintergrund berichtet.

Es werden in dieser Arbeit Polymorphismen von zwei Rezeptoren (Dopamin und Serotonin) untersucht im Hinblick auf eine Korrelation mit "risk seeking behaviour", so zum Beispiel Investitionsmöglichkeiten in riskantere oder sicherer Anlagen.
Results demonstrate that financial risk seeking is correlated with
the 5-HTTLPR and DRD4 functional polymorphisms. As shown in
Fig. 1B, individuals who carry two copies of the short allele of the
5-HTTLPR polymorphism invest $2.69 (about 28% of the average
risky allocation) less in the risky asset than those carrying one or
two copies of the long allele of the genotype (p,0.02 in a one-
tailed mean comparison test), in excess of the benchmark model.
Similarly, individuals who carry the 7-repeat allele in the DRD4
gene invest $2.46 (about 25% of the average risky allocation) more
in the risky asset than those lacking the 7-repeat allele (Fig. 1C,
p,0.04 in a one-tailed mean comparison test).
In der Diskussion verweigern sie allerdings die Ableitung einer direkten Kausalität zwischen Genotyp und finanziellen Verhalten auf der Basis ihrer Daten. Vielmehr erweitern sie das Feld der Zusammenhänge hin auf ein evolutionäres Erklärungsmodell, bei dem die hier analysierten Polymorphismen Neugier ("novelty-seeking behavior"), und damit z.B. für die Erweiterung des Lebensraumes in unbekannte Gebiete befördern könnten. Weiterhin weisen sie daraufhin, das die Ausprägung des Merkmals "Neugier" bei gleichem Allel in unterschiedlichen Individuen, unterschiedlicher Lebensverhältnisse stark schwankt. Und das ist nur die umweltspezifische Variation des Phänotyps. Es gibt einen ganzen Sonderforschungsbereich (577 „Molecular Basis of Clinical Variability in Mendelian Disorders“) der sich mit den molekularen Ursachen für phänotypische Varianzen beschäftigt.

Im Endeffekt wird bei den oben genannten Thesen hingearbeitet auf eine "Optimierung des Sozialverhaltens" unter sehr starker Berücksichtigung des "Belohnungssystems". Zum einen wird vorgeschlagen zur "Behebung der Finanzkrise" die "zentrale Rolle des Belohnungssystems" zu berücksichtigen, zum anderen wird angedacht "Leitungsgremien" "ohne genbedingte Finanzgier" einzustellen.

Das klingt nach Gen-Screening für Vorstandsmitglieder - ein eklatanter Bruch mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde - und wem das zu ideologisch ist auch mit dem Recht (§19 Gendiagnostikgesetz). Ganz abgesehen davon, dass ein weiterer stabilisierender Handlungsleitfaden eröffnet wird, der, ähnlich den milliardenschweren Rettungspaketen eine Perpetuierung des an die Wand gefahrenen Systemes versucht zu ermöglichen, mit dem netten Nebeneffekt, dass tiefergreifende Kritik an unserer Wirtschafts-, und Weltordung an sich leicht vergessen werden kann.

Ein weiterer mit einer "Neuro"-Präfix versehener Baustein also, zur Naturalisierung qua Biologisierung kapitalistischer Politiken.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Socialized Medicine

Es wird wieder diskutiert, Obama machts möglich. Die Frage, ob man sich als "Fanal der Hoffnung für die Welt" produzieren kann, wenn trotz unglaublich hoher Gesundheitskosten, der Gesundheitsstandard sehr schlecht, und Millionen von US-Bürgern nicht versichert sind, wird mit neuer Dringlichkeit gestellt. Unter anderem hat sich Kathleen Sebelius, ihres Zeichens Secretary of the Department of Health and Human Services, in einem Interview bei Jon Stewart dazu geäußert. (Teil 1, 2)

Zu empfehlen auch, zur Einführung in die Problematiken verschiedener Gesundheitssysteme finde ich, trotz der gewohnten Polemik, Michael Moore's "Sicko"

Es ist mithin nicht einfach der US-amerikanischen Diskussion ohne ein erstauntes Kichern zu folgen, wenn da mit Begriffen wie "socialized medicine" hantiert, und über den Bürokraten gewettert wird, der sich in diesem System zwischen den Kranken und den Arzt stellt um zu entscheiden welche Behandlung angebracht ist. Über Wartezeiten und Warteschlangen wird da schwadroniert, über schlechte Versorgungsqualität und die Angst davor den je eigenen "Reichtum" mit all den Hungerleidern der Gesellschaft teilen zu müssen wird gewettert. Und natürlich wird ungebrochen - und ich frage mich langsam, ob sich da je überhaupt eine Einsicht einstellen wird - die positive, heilsame, selbstregulierende und alle Beteiligte nur so mit Vorteilen bedenkende Kraft des Wettbewerbes in der kapitalistischen Gesellschaft beschworen.

So viel zu den US of A. Doch wie Ottmar Leidner in der Ausgabe 28/29 -2009 des Deutschen Ärzteblattes analysiert ist auch in Deutschland

"[d]ie Frage, ob Wettbewerb in der Heilkunde überhaupt Sinn macht, obsolet geworden. Wettbewerb im Gesundheitswesen ist politisch gewollt, wird gefördert und ist in weiten Bereichen längst Realität. Die Frage muss stattdessen lauten: Wie kann man die schädlichen Nebenwirkungen von Privatisierung und Wettbewerb begrenzen?"
Direkt im Anschluss entwickelt Herr Leidner in einem Abschnitt (es folgen ungleich viel mehr Abschnitte über die negativen Auswirkungen) die positiven Aspekte dieser Entwicklung:

Dabei sollen die positiven Effekte des Wettbewerbs auf die Krankenhausversorgung nicht kleingeredet werden: Das Angebot hat sich verbessert, die Wartezeiten sind kürzer, der Ton gegenüber den Patienten ist freundlicher geworden. Zudem wurden Arbeitsabläufe patientenfreundlicher organisiert und beschleunigt –manche einfache und pfiffige Lösung ist erst unter Einspardruck entstanden. Auch der gestiegene Druck auf die Aktualisierung von Wissen und Technik ist nützlich.
Ja - die Privatstationen gleichen in Architektur und Service immer mehr einem Hotelambiente. Die Aufenthalte und Wege werden im Zuge der Pauschalabrechnung verkürzt und betriebswirtschaftlich organisiert, Leitlinien, als praktischer Ausdruck einer "evidence based medicine" werden schneller implementiert, und es entstehen Arbeitsgruppen die Zertifikate im Bereich des Qualitätsmanagments zu erlangen versuchen. Mich stört hier die positive Konnotierung des "Einspardruckes". Genauso wie die Legitimation von Prüfungen im Studium immer wieder über das Erreichen von effizienterer und besserer Lernarbeit der Studierenden - auch von diesen selbst! - hergeleitet wird, handelt es sich allerdings bei beiden Strategien um Negativmotivationen. Es entsteht ein Druck, der sich aus der Sorge vor Versagen, oder eben wirtschaftlichem Ruin speist. Und natürlich eine gewisse Wirkung zeitigt.
Diese Konditionierung allerdings, die schon in der Schule mit der unsäglichen Konzentration auf die Klausurrelevanz verschiedener Themen als Attribut für die Wichtigkeit beginnt hinterlässt Menschen, die gar kein Interesse mehr an ihrer Tätigkeit haben, sondern nur noch die Arbeit ableisten, die als conditio sine qua non des eigentlichen Lebens, der Freizeit erscheint.

Gerade im medizinischen Sektor ergibt sich hier ein besonderer Konflikt, denn der Kern des Arztberufes ist meiner Ansicht nach ein Wille zu Heilen, also ein sehr idealistisches Ziel. Ein Ziel was über ökonomische Interessen hinaus zunächst eine Solidarität mit dem Mitmenschen bedeutet. Herr Leidner formuliert:

Sind Ärzte aus Treue zu ihren Arbeitgebern verpflichtet, kostenbewusst zu arbeiten, indem sie für eine Fallpauschale möglichst wenig Ressourcen einsetzen (wenig Zeit, wenig Geld), damit das Betriebsergebnis möglichst hoch ausfällt? Oder sind sie aus Pflichtbewusstsein ihren Patienten gegenüber zu Wirtschaftlichkeit in einem anderen Sinn verpflichtet, nämlich für die Fallpauschale eine möglichst optimale Leistung zu erbringen, damit möglichst viel von dem Geld auch beim Patienten ankommt?
Auch hier wird wieder über die Wirtschaftlichkeit argumentiert. Das greift meiner Ansicht nach deutlich zu kurz, scheint aber das einzig sinnvoll zu diskutierende Kraftfeld der Debatte zu sein. Und während über Gewinnbeteiligung der Ärzte als Antrieb für eine bessere Versorgung, oder über Managed-Care-Modelle nachgedacht wird, bei denen das eingesparte Geld bei guter Gesundheit der Versorgten zwischen Kassen und Ärzten als Sonderzulagen aufgeteilt wird, stimmen die ÄrztInnen mit den Füßen ab:

40 bis 50 Prozent der approbierten Ärztinnen und Ärzte landen heutzutage nicht mehr in der Klinik oder Praxis.
Ich denke es müssen solidarisch über die Arzt-Patienten Grenze hinweg Lösungen gefunden werden, denn beide Seiten sind die Spielbälle im gleichen Spiel. Die Aufdifferenzierung und Unterscheidung zwischen Behandelnden und Behandelten, oder sogar noch feiner zwischen unterschiedlichen Professionen der im Gesundheitssystem arbeitenden ist meines Erachtens der falsche Weg.

Zum Abschluss ein kurzes Zitat aus den Thesen und Prinzipen des Sozialistischen Patientenkollektivs (SPK):

1) Krankheit ist Voraussetzung und Resultat der kapitalistischen Produktionsverhältnisse.